Dr. Khan und die deutsche Außenpolitik
In Pakistan hat der dortige “Vater der Atombombe“, Dr. Abdul Quadeer Khan gestanden, geheime Nukleartechnologien an Länder wie Nordkorea, Iran und Libyen weitergegeben zu haben. Hinter dieser nüchternen Feststellung verbirgt sich die erschreckende Erkenntnis, dass es der frühere Leiter des pakistanischen Nuklearestablishments offenbar im Alleingang geschafft hat, die seit Anfang der 70er Jahre immer enger gestrickten internationalen Bemühungen um die Verhinderung der Ausbreitung von Nuklearwaffentechnologie so nachhaltig zu unterlaufen, dass das gesamte nukleare Nichtverbreitungsregime derzeit in Gefahr ist. In der deutschen Politik dominieren darüber die übliche Ausdrücke von Betroffenheit und der Ruf nach Reform. Ein wenig mehr Bescheidenheit und Selbstkritik wäre angebracht. Dr. Khan ist die Spätfolge deutscher Sonderwege in der Nuklearpolitik und insbesondere deutscher Sonderwege in der Nichtverbreitungspolitik. Dadurch hat Deutschland dazu beigetragen, dass mindestens fünf Staaten Kernwaffentechnologie bekommen haben, die anderenfalls diesen Zugang nicht gehabt hätten. Weiterlesen »
