Kieler Analysen zur Sicherheitspolitik Nr. 5: Kernwaffen als Option?
Im Vorfeld des sich abzeichnenden Krieges gegen den Irak wird im In- und Ausland vielfach über einen möglichen amerikanischen Einsatz von Kernwaffen spekuliert. Als Indizien dafür werden insbesondere zwei amerikanische Strategiedokumente herangezogen. Zum einen der Nuclear Posture Review (NPR) vom Januar vergangenen Jahres, der, nach Medienberichten, Präventivschläge mit Atomwaffen gegen Staaten wie den Irak, Nordkorea oder Libyen autorisiert. Zum zweiten die am 14. September 2002 von Präsident Bush unterzeichnete, klassifizierte „National Security Presidential Directive 17“ (NSDP 17), die nach Informationen der Washington Times explizit den Einsatz von Kernwaffen als potentielle Antwort gegen einen Angriff mit biologischen und chemischen Waffen erlaubt. Darüber hinaus wird spekuliert, ob die USA in einem Irakkrieg – etwa zur Zerstörung von Massenvernichtungswaffen in tief im Erdreich vergrabenen, gehärteten Bunkeranlagen – auch taktische Kernwaffen einsetzen könnten. Der jüngst von Präsident Bush erhobene Vorwurf, Saddam Hussein habe im Falle eines Krieges den Einsatz von Chemiewaffen autorisiert, verleiht der Diskussion um einen möglichen amerikanischen Kernwaffeneinsatz im Irak zusätzliches Gewicht.
