Archive for Januar, 2003

Kieler Analysen zur Sicherheitspolitik Nr. 4: Die Krise um den Irak und die internationale Ordnung

Handeln die USA und Großbritannien im Falle des Iraks konsequent im Sinne einer internationalen Ordnung oder verfolgen sie egoistische und vor allem von Erdölinteressen getriebene Ziele?

Die derzeitige Debatte um die Irak-Krise ist in ihrem Kern eine Debatte über die internationale Ordnung, berufen sich doch sowohl die USA wie ihre Kritiker darauf, dass diese zu schützen sei (im einen Fall vor Saddam Hussein, im anderen Fall vor der Bush-Administration). Die folgende Kurzanalyse versucht dieser Frage nachzugehen, indem sie in einem ersten Teil darlegt, was „internationale Ordnung“ ist und was die Bush-Administration damit meint, wenn sie vorgibt, für die internationale Ordnung zu handeln. Im zweiten Teil wird die von der Bush-Administration angeführte internationale Ordnung der kollektiven Sicherheit dargestellt und daraufhin untersucht, ob die Politik der USA sowie die anderer Mächte gegenüber dem Irak konsequent im Sinne dieser Ordnung ist. Im dritten Teil wird die Frage aufgeworfen, ob nicht andere, egoistische Ziele die amerikanische Politik anleiten, wie Erdöl oder Weltherrschaft. Im abschließenden vierten Teil werden die Konsequenzen für die transatlantische Partnerschaft aufgezeigt und auch die Rolle Frankreichs und Deutschlands thematisiert, die sich derzeit als politische Herausforderer der US-Politik begreifen.

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Kieler Analysen zur Sicherheitspolitik Nr. 3: Alte Bekannte. Nordkorea, Jemen und die Proliferation von ballistischen Raketen

Der spanischen Marine gelang am 9. Dezember 2002 vor der jemenitischen Küste ein großer Schlag gegen die Verbreitung von ballistischen Raketen. Ein nordkoreanisches Schiff wurde aufgebracht und durchsucht, hierbei fanden sich unter 40.000 Zementsäcken 15 Raketen des sowjetischen Typs Scud B. Offenkundig war es den USA gelungen, das Schiff und seine gefährliche Fracht bereits seit dem Auslaufen aus einem nordkoreanischen Hafen zu beobachten und der spanischen Marine die notwendigen Informationen über das betreffende Schiff zur Verfügung zu stellen.

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Kieler Analysen zur Sicherheitspolitik Nr. 2: Der Bürgerkrieg in Sri Lanka - “Institutional Engineering” als Lösungsansatz für ethnische Konflikte

Der Bürgerkrieg in Sri Lanka scheint mit der dritten Runde der Friedensgespräche, die vom 2. bis zum 5. Dezember 2002 in Oslo stattfand, seinem Ende ein Stück näher gekommen zu sein.

Entgegen allen Erwartungen einigten sich die zwei Konfliktparteien, die srilankische Regierung und die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE), auf Verhandlungen über ein föderales Lösungsmodell. Der Lösungsansatz, der hiermit verfolgt wird, ist der des ‘institutional engineering’: Ausgehend von der Annahme, daß Institutionen menschliches Handeln steuern, wird versucht, die Institutionen eines Landes konfliktregulierend zu gestalten. Institutionen sollen auf diese Weise existierende Konfliktlinien überbrücken und im besten Fall abschwächen. Institutional engineering erfordert daher zunächst die genaue Analyse eines Konflikts und seiner Ursachen. Die Interaktion der Konfliktstruktur eines Landes mit den bereits bestehenden Institutionen weist zumeist auf Schwachstellen im ‘Design’ der Institutionen hin, die durch institutional engineering, d.h. durch Veränderungen in der Gestaltung der Institutionen, behoben werden können. Weiterlesen »